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Andreas Bornhäußer

30 Minuten

Gesprächsführung

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

© 2020 GABAL Verlag GmbH, Offenbach

Das E-Book basiert auf dem 2020 erschienenen Buchtitel „30 Minuten Gesprächsführung“ von Andreas Bornhäußer © 2020 GABAL Verlag GmbH, Offenbach.

ISBN Buchausgabe: 978-3-96739-021-6

ISBN epub: 978-3-96740-014-4

Umschlaggestaltung: die imprimatur, Hainburg

Umschlagkonzept: Martin Zech Design, Bremen

Lektorat: Eva Gößwein, Berlin

Grafiken: Andreas Bornhäußer, Berlin

Autorenfoto: Simone Paulun

Satz: Zerosoft, Timisoara (Rumänien)

Druck und Verarbeitung: Salzland Druck, Staßfurt

© 2020 GABAL Verlag GmbH, Offenbach

Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlags.

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In 30 Minuten wissen Sie mehr!

Dieses Buch ist so konzipiert, dass Sie in kurzer Zeit prägnante und fundierte Informationen aufnehmen können. Mithilfe eines Leitsystems werden Sie durch das Buch geführt. Es erlaubt Ihnen, innerhalb Ihres persönlichen Zeitkontingents (von 10 bis 30 Minuten) das Wesentliche zu erfassen.

Kurze Lesezeit

In 30 Minuten können Sie das ganze Buch lesen. Wenn Sie weniger Zeit haben, lesen Sie gezielt nur die Stellen, die für Sie wichtige Informationen beinhalten.

imageAlle wichtigen Informationen sind blau gedruckt.

imageZahlreiche Zusammenfassungen innerhalb der Kapitel erlauben das schnelle Querlesen.

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imageEin Fast Reader am Ende des Buches fasst alle wichtigen Aspekte zusammen.

Inhalt

Vorwort

1. Jeder hat es in der Hand

Manipulation als Qualität erkennen

Das GRID-Modell nach Mouton und Blake

SCIL Profile in der Anwendung

Missbrauch ist möglich

2. Im Kopf des anderen

Die Perspektive des Gesprächspartners

Gesprächsführung dank der zlöF

3. Ein Gespräch einwandfrei führen

Praktisch erprobte Gesprächsplanung im Beruf

Konkrete Anwendung im Privaten

4. Einwandfreie Gespräche sind gesund

Umgang mit ungewollter Manipulation

Konsequenzen gelingender Kommunikation

Aufforderung und Anleitung zur Handlung

Der GRID-Test

SCIL Profile Trendtest

Fast Reader

Der Autor

Weiterführende Literatur

Vorwort

Dieses Büchlein müsste eigentlich von Ärzten, Apothekern und den Krankenkassen empfohlen werden. Denn es dient der Gesundheit, weil es ein Drittel aller Quellen für negativen Stress im Leben reduzieren hilft. Der sogenannte Disstress entsteht entweder durch belastende Umfeldbedingungen wie zum Beispiel zu viel Lärm, schlechtes Licht, falsches Sitzen und so weiter. Die zweite große Stressquelle sind unerledigte Aufgaben und nicht erfüllte Erwartungen sowie noch nicht umgesetzte Vorsätze. Und last, but not least verursachen schlecht gelaufene Gespräche und unproduktive Meetings negativen Stress.

Wie aber soll und kann es gelingen, Gespräche, Meetings, Präsentationen und andere zwischenmenschliche Begegnungen so zu gestalten, dass sie Disstress reduzieren helfen und der Gesundheit dienlich sind? Durch klare Führung. Gemeint ist damit die Fähigkeit, den Verlauf der Begegnung so zu steuern, dass am Ende das gewünschte Ergebnis erzielt wird. Ganz im ursprünglichen Bedeutungssinne des Begriffes Rhetorik. So ist zum Beispiel in der Brockhaus-Enzyklopädie oder in Wikipedia nachzulesen: Rhetorik ist die Fähigkeit, Menschen durch das gesprochene Wort schnell und überzeugend für eine Ansicht zu gewinnen und sie nachhaltig zur gewünschten Handlung zu bewegen.

In anderen Worten: Es geht darum, Menschen zu manipulieren. Schade nur, dass das Manipulieren in Ungnade gefallen ist. Zumeist ist es negativ besetzt und wird in dem Sinn verstanden, dass eine Person zu ihrem eigenen Vorteil eine andere Person beeinflussen und schlimmstenfalls sogar gegen deren eigentlichen Willen zu einer Handlung bewegen will. Der Manipulierte wird fremdbestimmt, sein freier Wille wird durch die Manipulation eingeschränkt oder kommt abhanden. Dabei ist der Manipulation in ihrem ursprünglichen Wortsinn eine Menge Positives abzugewinnen. Zusammengesetzt aus den beiden lateinischen Vokabeln „Manus“ („Hand“) und „piere („füllen“) bedeutet Manipulieren zunächst einfach nur, eine Hand voll zu haben oder etwas in der Hand zu haben. Gemeint ist damit die Handhabung, ein Handgriff oder Kunstgriff. In der Krünitz-Enzyklopädie steht: „Insbesondere heißt Manipulation aber die Bearbeitung, Berührung und Streichung eines Körpers mit der Hand, um heilsame Veränderungen in demselben zu bewirken.“ Es geht also darum, durch die richtige „Handhabung“ zur Genesung eines Menschen beizutragen.

Genauso verhält es sich in dem Fall, in dem ein Mensch den Verlauf seines Gespräches steuert und damit die Gedanken seines Gesprächspartners in die beabsichtigte Richtung lenkt. Das wäre die „richtige Handhabung“ von Rhetorik.

In diesem Sinne enthält dieses Büchlein zahlreiche Anregungen und praktische Tipps. Viel Spaß und Erfolg beim Entdecken und Anwenden wünscht Ihnen

Andreas Bornhäußer

1.Jeder hat es in der Hand

Wollen Sie die Gespräche im besten Sinne des Wortes führen oder wollen Sie eher geführt werden? Wollen Sie die Absichten, die Sie in Ihre Begegnungen mitnehmen, umsetzen und die beabsichtigte Resonanz auslösen oder wollen Sie eher reaktiv auf das resonieren, was von Ihrem Gegenüber ausgeht? Wollen Sie während des Gesprächs eher im Fahrersitz sitzen und das Steuer in der Hand haben oder von der Rückbank aus am Verlauf des Dialogs in Form eines passiven Zuschauers teilnehmen? Beides ist möglich. Beides hat seine Qualitäten. Es ist deshalb auch sinnvoll, von Zeit zu Zeit beides zu praktizieren. In den folgenden 30 Minuten geht es aber in erster Linie darum, wie Sie sich selbst in die Position des Steuernden und das Gespräch Lenkenden bringen und wie Sie diese Fähigkeit so anwenden, dass es sowohl für Sie wie auch für Ihr Gegenüber eine erfreuliche und erfolgreiche Begegnung wird.

1.1Manipulation als Qualität erkennen

Im Vorwort habe ich bereits kurz skizziert, warum Manipulation meiner Meinung nach zu Unrecht in Ungnade gefallen ist. Denn Manipulation macht gesund, wenn sie wohlwollend angewandt wird. Und mit wohlwollend ist gemeint, dass alle Gesprächspartner dieses Gespräch mit der Absicht führen, am Ende mit einem guten Gefühl und einem erfreulichen Ergebnis auseinanderzugehen.

Leider lassen sich im wahren Leben allzu oft Dialoge beobachten, in denen den Gesprächspartnern diese Grundhaltung oder Absicht fremd zu sein scheint. Da schwatzt die Verkäuferin ihrer Kundin ein Kleid auf den Körper, das bei selbiger zu Hause schon beim ersten Blick in den Spiegel Kaufreue auslösen wird. Die Führungskraft delegiert an ihren Mitarbeiter eine unwichtige Routineaufgabe und versucht sie als Beitrag zum Bau einer Kathedrale zu verkaufen. Selbstredend durchschaut der Mitarbeiter diesen billigen Versuch und spürt eine tiefe Abneigung gegenüber der Verlogenheit seiner Chefin in sich aufkommen. Die Partnerin überredet ihren Partner zu einer Reise, die er, als es dann so weit ist, mit größtem Unbehagen antritt. Und natürlich passiert, was passieren muss: Murphy’s Law beweist wieder einmal seine Gültigkeit. Auf dieser Reise geht so ziemlich alles schief, was auf einer Reise nur schiefgehen kann. Das Ganze endet schließlich in zermürbenden und die Liebe zerstörenden wechselseitigen Vorwürfen. Eltern fahren ihren pubertierenden Teenagern in aller Öffentlichkeit über den Mund und behandeln sie wie unmündige Kleinkinder. Der Coach empfiehlt seiner Coachee eine Vorgehensweise, die in seinem eigenen Leben wirksam gewesen sein mag, aber leider so rein gar nichts mit der Lebenssituation der Coachee zu tun hat und deren Anwendung deshalb zum Scheitern verurteilt ist. Der Moderator der TV-Sendung drängt seinen Interviewgast mit seiner penetranten Art in eine Ecke, in der dieser nur sein Gesicht verlieren kann. Und der Arzt bedient mit seinem „So Frau Müller, da haben wir jetzt aber wirklich ein ernstes Problem“ restlos alle krank machenden Ängste der Ärmsten, die ohnehin schon das Schlimmste befürchtet hat.

Die Liste der Beispiele von Dialogen, die eben leider nicht auf die Gesundheit der am Gespräch teilnehmenden Personen einzahlen, ließe sich noch beliebig lange fortsetzen. Sicher fielen Ihnen selbst auch zahlreiche Beispiele ein, in denen die Kommunikation negativen Stress verursacht und mindestens einen der Gesprächspartner als Verlierer der Begegnung zurückgelassen hat.

Die sich an dieser Stelle aufdrängende Frage ist: Ist der damit zumindest für eine Seite unangenehme Ausgang der Begegnung Absicht des anderen gewesen oder einfach nur das Ergebnis von Gedankenlosigkeit oder ungeschicktem Gesprächsverhalten?

Kommunikation: immer mit Absicht

Dem Kommunikationspsychologen Paul Watzlawick haben wir den Gedanken zu verdanken: „Man kann nicht nicht kommunizieren.“ Und diesem Gedanken stelle ich gern die Behauptung an die Seite: Kommunikation ist immer intentional. Wir verfolgen immer eine Absicht. Eine bewusste oder eine unbewusste.

Seit dem Beginn meiner Tätigkeit als Coach und Trainer bin ich unter anderem stark inspiriert von Nossrath Peseschkian, dem Begründer der Positiven PsychotherapieNicht die Veränderung ist das angestrebte ZielIntegration und Repertoireerweiterung